Supermoto Frauenfeld 14. August / 15. August 2021

Supermoto Frauenfeld 14. August / 15. August 2021

In der Kantonshauptstadt des Kantons Thurgau fand am vergangenen Wochenende eine weitere Runde der Supermoto-Meisterschaft statt. Motorsport vom Feinsten, tolles Wetter, Motorengeräusche, Zweikämpfe auf dem Asphalt und im Offroad-Bereich - genug Gründe, das Herz des Motorsport-Fans höher schlagen zu lassen. Hühnerhautmomente inklusive. Die Veranstaltung war jedoch leider ohne Zuschauer, trotzdem wurde fleissig um wertvolle Meisterschaftspunkte gekämpft. Die Temperaturen waren nicht nur für Betreuer, Helfer und Fahrer sehr hoch, auch dem Material der Rennmaschinen wurde alles abverlangt. 

Die Ausgangslage in der Königsdisziplin der Schweizer-Supermoto-Meisterschaft konnte vor Frauenfeld nicht spannender sein. Gleich mehrere Fahrer durften sich während den ersten Runden bereits auf dem Podium feiern lassen. Yannick Bärtschi (226 Punkte) reiste mit 3 Punkten Vorsprung vor Raoul Tschupp (223 Punkte) nach Frauenfeld. Züger Stephan folgte auf dem 3. Zwischenrang mit 183 Punkte, 7 Punkte vor dem 4. der aktuellen Meisterschaft, Beck Mathias. Haenggeli Julien vervollständigte die Top 5 mit 162 Punkten. Äusserst spannend und knapp, wenn man berücksichtigt, dass gleich 50 Punkte an diesem Wochenende zu vergeben sind. 

 

Am Samstag wurde zuerst ein 15-minütiges Freitraining gefahren, im Anschluss folgte ein Zeittraining (ebenfalls 15 Minuten). Der 9. platzierte Cirill Scheiwiler war lediglich 1.6s hinter dem Schnellsten des Zeittrainings (Jannik Hintz). Alles war enorm dicht zusammen, was die Spannung auf die bevorstehenden Rennen erhöhte. Jannick Hintz war auch beim Qualilauf (10 Minuten + 1 Runde) ganz oben auf der Rangliste anzutreffen. Hinter Hintz folgten die beiden Meisterschaftsleader Tschupp vor Bärtschi (0.8s Differenz). Das Resultat des Qualilaufs:

 

 

Nach dem Qualilauf galt es, sich auf die bevorstehenden Rennläufe vom Sonntag vorzubereiten und fokussieren. Einige Fahrer wollten ihr Kopfkissen noch lange nicht von Nahem sehen und machten die Nacht zum Tag :) Während in der Nacht die Musikanlage heiss lief, sollen bereits am Sonntag-Vormittag wieder die Bremsen und Reifen auf Betriebstemperatur kommen. 

 

Im 1. Lauf kam Jannick Hintz vor Raoul Tschupp zuerst um die erste Kurve. Der Leader der Meisterschaft nahm die Verfolgung des Spitzenduos als 3. in Angriff. Hinter Yannick Bärtschi war sein Teamkollege Stephan Züger. Nach 3 Runden musste Yannick Bärtschi auf der langen Gerade plötzlich alle Fahrer ziehen lassen. Ein technisches Problem beendete den 1. Lauf für Bärtschi auf einen Schlag. Wir erinnern uns: Raoul Tschupp lag vor dem Rennen noch 3 Punkte hinter Bärtschi. 

Hintz und Tschupp setzten sich gemeinsam von den restlichen Fahrern ab und zeigten ein tolles Rennen. Die Differenz war stets zwischen 0.4-0.8s. In der 11. Runde konnte Tschupp die Führung übernehmen, den Laufsieg herausfahren und sich das Punktemaximum gutschreiben lassen. Hintz überquerte die Ziellinie als 2.

Züger Stephan (als 6. im Ziel) war lange auf dem 3. Platz, musste diesen aber wenige Runden vor Schluss nach einem Zwischenfall hergeben. Beck Mathias war zur Stelle und komplettierte das Podium des 1. Laufs. Schärer Roy und Zanetta Alex folgten auf dem 4., bzw. 5. Platz:

 

Raoul Tschupp war natürlich über das Punktemaximum überglücklich - bei Yannick Bärtschi war die Enttäuschung spürbar. Die berechtigte Frage war, kann Bärtschi sein Motorrad für den 2. Lauf richten und erneut an den Start gehen?
Die Antwort - Achtung Spoileralarm - war schnell klar: Nein, das Motorrad lässt sich keinesfalls rechtzeitig richten. So musste die blaue Rakete von Teamkollege Kuriger nach seinem 2. Lauf umgebaut werden und Bärtschi mit einem Motorrad fahren, auf welchem er noch keine Minute sass. Wie es ausging, erfährst du weiter unten :) 
Nachdem der Regen kurzzeitig einsetzte und den Offroad-Bereich leicht wässerte, kam die Sonne umgehend wieder zurück. Somit war klar, dass auch der 2. Lauf bei wunderschönem Wetter über die Bühne gehen wird. Wie im 1. Lauf, führte Jannick Hintz auch den zweiten Lauf direkt an und versuchte einige Meter Vorsprung zu erarbeiten. Hinter Hintz folgt die #66, Stephan Züger, vor Tschupp Raoul und Bärtschi Yannick. 
Hintz konnte sich einen beruhigenden Abstand von ca. 4.5 Sekunden herausfahren. Hinter ihm folgten bald Tschupp vor Bärtschi. Die Spannung bei den Anwesend stieg spürbar. Die Frage war, wer würde wie viel Risiko gehen? Trennen die Beiden im Ziel 24 oder 20 Punkte? Oder kommt es noch ganz anders? Tschupp und Bärtschi zeigten ein tolles Rennen über viele Runden. Keiner konnte entscheiden davonziehen, bzw. überholen. Was führte Bärtschi im Schilde? Kann Tschupp dem Druck von Bärtschi standhalten? In der letzten Kurve versuchte Bärtschi nochmals alles. Die wehende Zielflagge für Jannick Hintz war für Tschupp und Bärtschi bereits in Sichtweite, ehe Bärtschi zum Überholmanöver ansetzen konnte und die Punktedifferenz auf 20 Punkte verringern konnte. Was für ein spannendes Rennen an der Spitze. 
Jannick Hintz gewinnt den 2. Lauf vor Bärtschi und Tschupp und sichert sich damit den Tagessieg. Hinter dem Trio war die Rennsituation nicht weniger spannend. Zwischen Züger und Beck ging es in der Meisterschaft um den 3. Platz. Züger konnte zum Schluss ca. 1 Sekunde vor Beck über die Ziellinie fahren und sich über den 4. Platz freuen. Beck näherte sich von Runde zu Runde, konnte aber nicht mehr entscheidend zu Züger aufschliessen. Haenggeli kam als 6. ins Ziel, nachdem er ein tolles Rennen zeigte und sich durch das komplette Fahrerfeld kämpfen konnte. Die Top 5 der Meisterschaft somit ganz vorne vertreten:

 

Hintz Jannick darf sich über den Tagessieg freuen. Neben ihm kann sich Raoul Tschupp als 2. feiern lassen. Mathias Beck sichert sich mit weiteren 36 Punkten den 3. Platz der Tageswertung:

 

 

Ein grossen Dankeschön geht an den MRSV Frauenfeld, sämtliche Helfer/Organisatoren und die Verbände FMS/SAM, welche dieses Rennen ermöglicht haben. Die Meisterschaft wird nach dem Wochenende in Frauenfeld durch Raoul Tschupp angeführt. Am 18./19. September geht es in Sundgau F weiter, ehe das Finale am 2./3. Oktober in Lignières erwartet wird. Die Ausgangslage bleibt richtig spannend. Noch 100 Punkte sind zu vergeben - wer wird am Ende ganz oben stehen? Welche Fahrer vervollständigen das Podest? Wir freuen uns auf 2 weitere tolle Runden und tollen Motorsport. 

 

 

Raoul Tschupp zu seinem Rennwochenende:

Die neue Streckenführung in Frauenfeld fand ich recht cool. Als ich das Layout sah, sagte ich mir, dass ich sie zuerst fahren muss, bevor ich mir eine Meinung dazu bilden und darüber "maulen" kann. Es gab aber nichts zu "maulen". Ich bin ein Freund von neuen Sachen und mit dieser Strecke konnte ich mich direkt anfreunden. Im Zeittraining gelang es mir, den 3. Platz herauszufahren, im Qualilauf war ich auf dem 2. Platz. Damit war ich sehr zufrieden. Jannick Hintz war sehr schnell und ich war froh, dass ich ihm im 1. Lauf folgen und dran bleiben konnte. Ich wollte an ihm dranbleiben und abwarten, ob ihm allenfalls ein Fahrfehler unterläuft. Das hat sich dann auch tatsächlich ausbezahlt. Er machte mir in der Folge auch sehr viel Druck. Ihm war natürlich auch bewusst, dass es bei mir um die Meisterschaft geht und bei ihm um nicht so viel. Da war ich froh, dass er nicht alles für ein Überholmanöver in Kauf genommen hat. Dass Yannick im 1. Lauf ausgefallen war, war natürlich ein riesen Pech. Ich kenne es nur zu gut, das ist mir auch schon passiert und kann natürlich jederzeit passieren. 

Der Start zum 2. Lauf gelang mir sehr gut, ich war schon fast zu nahe an Hintz dran, weshalb ich auf die Eisen musste. Da konnte Züger und Zanetta an mir vorbeiziehen. Kurze Zeit später konnte ich jedoch bereits wieder auf den 2. Platz vorfahren. Bärtschi konnte sehr schnell an seinem Teamkollegen vorbei und war schnell an mir dran. Wir fuhren da die schnellsten Runden des ganzen Wochenendes... Hintz konnten wir jedoch nicht ganz folgen. Mir unterliefen gegen Ende des Rennens 2-3 Fehler, weshalb Bärtschi dicht aufschliessen konnte. Die letzte Kurve wollte ich eng anfahren, hab mich aber leider verbremst. Ein richtig dummer Fehler von mir, welcher mir nicht passieren sollte. Das ärgert mich noch immer. Jenu, es ist halt passiert. Nun freue ich mich auf das Nations und hoffe, dass es klappt. Auch in der Schweizermeisterschaft erhoffe ich mir, weiter Punkte einzufahren und vorne dabei zu sein. Wir werden sehen, wie es kommt. 

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Yannick Bärtschi zu seinem Rennwochenende:

Das Wochenende startete für mich eigentlich nicht schlecht. Im freien Training war ich ziemlich gut dabei. Auch im Zeittraining konnte ich den 2. Startplatz für das Qualirace herausfahren. Ich war zuversichtlich für das Qualirace. Im Qualirace hatte ich einen schlechten Start. Dabei fiel ich auf den 4. Platz zurück und konnte im Anschluss einen Platz gutmachen, wo ich auch ins Ziel kam. Mein Speed und die Rundenzeiten waren gut.

Am Sonntag begann mein Pech. Im Warm-Up am Vormittag hatte ich nach 3 Runden einen platten Vorderreifen. Mit einem neuen Vorderreifen startete ich in den 1. Lauf auf dem 3. Startplatz. Nach dem Start habe ich einen Platz verloren, welchen ich kurze Zeit später wieder gutmachen konnte. Nach ca. 3 Runden hatte ich ein technisches Problem auf der langen Gerade. Es war etwas mit meinem Motor, was es genau war, wissen wir noch nicht. Dies bedeutete für mich einen Nuller, natürlich sehr unglücklich als führender der Meisterschaft. Die Führung habe ich dadurch leider verloren. 

Im 2. Lauf startete ich mit dem Motorrad meines Teamkollegen (Philipp Kuriger). Mit diesem fuhr ich zuvor noch nie. Nach dem Start war ich auf dem 5. Platz. Es gelang mir, an Zanetta vorbei zu ziehen und auf den 4. Platz vorzufahren. Da war ich Züger dran und konnte auch ihn überholen. Vor mir war Tschupp, welchen ich aufholen wollte. Gegen Ende des Rennens kam ich immer näher und wir hatten einen Kampf um den 2. Platz. In der letzten Kurve ging er vermutlich davon aus, dass ich eine enge Linienwahl für ein Überholmanöver beabsichtige. Ich ging ausholen und konnte seine Linie schneiden und dadurch als 2. über die Ziellinie fahren. Mit dem Nuller aus dem 1. Lauf wurde ich in der Tagesgesamtwertung 10. Für mich natürlich nicht das gewünschte Resultat. Wir schauen nun nach vorne, noch stehen zwei Rennen an. Vielleicht kann ich punktemässig nochmals aufschliessen, wir werden sehen. 


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